Mittwoch, 20. November 2013

Fällt gegen Bayern die komplette BVB-Abwehr aus?

Ausgerechnet vor dem Spiel gegen die Bayern hat BVB-Trainer Klopp verschärfte Abwehrsorgen. Hummels und Schmelzer mussten im Länderspiel gegen England raus. Auch der mögliche Ersatz verletzte sich.

In der 65. Minute verging Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp auf dem heimischen Sofa der Spaß am Länderspiel der Nationalmannschaft in England. Da signalisierte Abwehrspieler Mats Hummels der deutschen Bank mit einer eindeutigen Geste, dass er ausgewechselt werden müsse.

Nur 20 Minuten nach seiner Einwechslung zu Beginn der zweiten Halbzeit für den ebenfalls angeschlagenen Münchner Jerome Boateng vertrat er sich nach einem Kopfball-Duell den Fuß und humpelte vom Feld. Wie schwer Hummels verletzt ist, wird eine Untersuchung am Mittwoch in Dortmund zeigen.

Der 24-Jährige ist damit der zweite BVB-Verteidiger, der verletzt aus London in den Ruhrpott zurückkehrt. In der Halbzeitpause hatte Bundestrainer Joachim Löw bereits Marcel Schmelzer (25) wegen Wadenproblemen ausgewechselt, auch bei ihm steht die genaue Diagnose noch aus.

Friedrich verletzt sich im Testspiel

Damit verschärfen sich Klopps Probleme dramatisch, für das Spitzenspiel am Samstagabend gegen Tabellenführer Bayern München (18.30 Uhr, Sky und welt.de live) eine konkurrenzfähige Abwehr aufbieten zu können. Denn bei der 1:2-Niederlage in Wolfsburg vor der Länderspielpause hatte sich bereits mit Neven Subotic Hummels' Nebenmann in der Innenverteidigung einen Kreuz- und Innenbandriss zu. Er fällt für den Rest der Saison aus.

Da im BVB-Kader mit dem Griechen Sokratis nur noch ein erfahrener Innenverteidiger steht, testete Klopp in der vergangenen Woche mit dem ehemaligen Leverkusener Manuel Friedrich eine Alternative. Doch auch er verletzte sich am Dienstagabend: Im Testspiel gegen den Zweitligisten SC Paderborn (1:2) fasste sich der 34-Jährige nach einer Stunde ans linke Knie und wurde ausgewechselt.

In der selben Partie gab zwar der Pole Lukasz Piszczek nach seiner Hüftoperation und einem halben Jahr Pause sein Comeback – für die Partie gegen die Bayern scheint der 28-jährige Rechtsverteidiger nach solch einem langen Ausfall jedoch noch keine Alternative.

Fehlt die komplette Viererkette?

Piszczek, Hummels, Sobotic, Schmelzer – mit dieser eingespielten Abwehrkette gewann Borussia Dortmund in den vergangenen drei Jahren zweimal die Meisterschaft, einmal den DFB-Pokal und erreichte das Champions-League-Finale. Im schlimmsten Fall steht am Samstag keiner von ihnen zur Verfügung.

Während Allrounder Kevin Großkreutz auf rechts Piszczek in dieser Saison sehr überzeugend vertritt und Sokratis ja sowieso für Subotic eingeplant war, müsste Klopp bei einem Ausfall von Hummels und/oder Schmelzer improvisieren: Auf der linken Defensivseite würde er wahrscheinlich das 21-jährige Talent Erik Durm nominieren. Der überzeugte zwar bei seinen Einsätzen in dieser Saison (achtmal in der Bundesliga, je einmal in Pokal und Champions League), ihm fehlt aber eigentlich die Erfahrung, um im Duell mit einem Weltstar wie Arjen Robben zu bestehen.

Noch schwerer fiele Klopp wahrscheinlich die Besetzung der zweiten Innenverteidigerposition, falls Hummels passen müsste. Nominell stehen hier nur die beiden Youngster Koray Günther (19, zwei Minuten Spielzeit in der Bundesliga) und Marian Sarr (18, keine Bundesliga-Partie) zur Verfügung. Möglicherweise verschiebt Klopp sogar Alleskönner Großkreutz in die Innenverteidigung und nominiert rechts Oliver Kirch, der in dieser Saison bisher nur eine Halbzeit spielen durfte. Auch der defensive Mittelfeldspieler Sven Bender wäre eine Alternative.

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