Julian Schieber hat es bei Borussia Dortmund derzeit nicht leicht. Der 24-Jährige stand in dieser Saison noch keine Minute auf dem Platz - und machte seinem Ärger nun Luft. "Da hockst du zuhause auf der Couch und denkst: Das kann doch nicht sein, deine Mannschaft spielt und du sitzt daheim auf dem Sofa rum", beschwert sich Schieber in einem Artikel der "Bild-Zeitung".
Schieber bezieht sich mit seiner Aussage darauf, dass er in der ersten DFB-Pokalrunde gegen den SV Wilhelmshaven (3:0) nicht mal im Dortmunder Kader stand.
Der Angreifer, der vor der Saison 2012/13 für 5,5 Millionen Euro vom VfB Stuttgart nach Dortmund wechselte, hatte nach diesem Tag viele Gedanken im Kopf. Gespräche mit BVB-Coach Jürgen Klopp halfen ihm dabei, aus dem Tal zu kommen.
"Zusammen mit den Gesprächen mit dem Trainer und kontinuierlicher Arbeit hat es aber zügig geklappt, mich aus dem Loch zu befreien", so Schieber.
Die Konkurrenz in der Offensive des BVB ist vor dieser Saison nochmals gestiegen. Jetzt hat der Ex-Stuttgarter nicht nur Robert Lewandowski (2 Tore), sondern auch Neuzugang Pierre-Emerick Aubameyang vor der Nase, der beim Auftaktsieg der Dortmunder in Augsburg (4:0) mit drei Treffern überzeugte.
Aubameyang und Henrich Mchitarjan waren die Transfercoups des BVB, die vor der Saison für etwa 38 Millionen Euro nach Dortmund wechselten.
Mehr gesunder Egoismus
Schieber weiß allerdings, dass es bei ihm in der Saisonvorbereitung nicht optimal lief. "Es gab in den Testspielen einige Situationen, in denen ich hätte abschließen können, aber trotzdem nochmal abgespielt habe", sagte der 24-Jährige. Er hat den Vorsatz, in Zukunft selbst öfter den Torabschluss zu suchen: "Das ist der gesunde Egoismus, den man als Stürmer einfach braucht."
Nicht nur gesunden Egoismus, sondern auch Ehrgeiz sollte Schieber in der nächsten Zeit an den Tag legen. Sonst droht ihm noch der Dortmunder Nachwuchsangreifer Marvin Ducksch (19) den Rang im Angriff abzulaufen. Ducksch kam in der Saison immerhin gegen Braunschweig zu einem Kurzeinsatz. Schieber spielte dagegen noch keine Sekunde.
Vielleicht bekommt der 24-jährige Schieber bereits in der Partie gegen den Hamburger SV (Samstag, ab 18:30 Uhr bei eurosport.yahoo.de im Liveticker) die Chance, seine Qualitäten zumindest zeitweise unter Beweis zu stellen. Den Nachweis, dass der Ex-Stuttgarter eine Verstärkung für den BVB ist, blieb Schieber bislang nämlich schuldig.
Einen besonders starken Auftritt im Dortmunder Stadion hatte Schieber bereits - allerdings noch im Trikot des VfB Stuttgart. Beim 4:4 zwischen beiden Klubs in der Saison 2011/12 erzielte der 24-Jährige zwei Treffer. Ein Grund, warum Schieber in den Fokus der Dortmunder rückte - und Schieber hätte nichts dagegen, könnte er nun - anno 2013 - wieder positiv im Blickpunkt stehen.

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