AKTIV, PASSIV, GLEICHE HÖHE?
Seit Jahren fordern Kritiker die "passive" Abseitsregelung abzuschaffen oder zu vereinfachen. Die FIFA verändert die Regel nun wohl tatsächlich. Doch von Vereinfachung kann keine Rede sein.
Gleiche Höhe oder nicht? Stand der Stürmer "aktiv" im Abseits oder doch nur "passiv"? Die Abseitsregelung verlangt von Schieds-und Linienrichtern Höchstleistungen und sorgt regelmäßig für hitzige Diskussionen unter Fußballfans. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, kommen jetzt auf Unparteiische und Zuschauer Neuerungen zu. Ab der kommenden Saison plant der Weltverband FIFA eine Reform der Regelung, was das "passive" Abseits betrifft.
Zu Erinnerung: Ein Stürmer steht passiv im Abseits, wenn er der Torlinie näher ist als der Ball und als der vorletzte Gegenspieler (egal ob Feldspieler oder Torwart). In dieser Position darf er dabei nicht in das Spielgeschehen eingreifen, darf keinen Gegenspieler beeinflussen oder behindern und aus seiner Abseitsstellung keinen Vorteil ziehen.
Kommt der Stürmer in dieser Position allerdings zufällig an den Ball, zum Beispiel durch einen Fehlpass des gegnerischen Verteidigers, darf er aktiv ins Spiel eingreifen und versuchen ein Tor zu erzielen. Das soll nun nach den neuen FIFA-Regeln nicht mehr möglich sein.
Knifflige Herausforderung
Was auf den ersten Blick nach einer Vereinfachung aussieht, könnte sich in der Praxis als knifflige Herausforderung für die Schiedsrichter erweisen und für neuen Diskussionsstoff unter Fans sorgen. Was wenn der Abwehrspieler den Ball absichtlich zum gegnerischen Stürmer passt und es wie eine verunglückte Aktion aussehen lässt? Die Unparteiischen müssten im Eifer des Gefechts dann erkennen, ob es sich um einen "gewollten" oder "nicht gewollten" Fehlpass handelt.
Derzeit soll sich Europas Schiedsrichter-Chef, der ehemalige Weltschiri Pierluigi Colina, mit der Umsetzung der neuen Regelungen beschäftigen. Laut Bild-Zeitung ist schon bald ein Lehrgang für deutsche Referees angedacht.
Doch eine Befürchtung bleibt: Die Vereinfachung der Abseitsregelung könnte sich als weiteres unrühmliches Kapitel im Regelbuch der FIFA entpuppen. Frei nach dem Motto: Wie kann man ein prinzipiell einfaches Spiel möglichst kompliziert gestalten?

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