Nach seiner Sperre für zwei Spiele kehrt Trainer Jürgen Klopp an den Spielfeldrand zurück, muss aber mitansehen, wie seine Mannschaft unglücklich gegen den FC Arsenal verliert.
Jürgen Klopp ließ sich lange nichts anmerken. Routiniert absolvierte der Trainer von Borussia Dortmund vor Anpfiff des Gruppenspiels in der Champions League gegen Arsenal zwei Fernsehinterviews. Auf die Frotzeleien einiger seiner Spieler, die ironischerweise betont hatten, dass sie ohne ihren Cheftrainer erfolgreich gewesen seien, ging er nicht ein.
Sechs Punkte hatte der BVB zuletzt ohne den gesperrten Klopp am Rande der Bande eingefahren - erst 3:0 gegen Olympique Marseille gewonnen, dann mit 2:1 bei Arsenal gewonnen. Nun riss die kleine Serie ausgerechnet beim Comeback des Trainers am Spielfeldrand.
"Falls Arsenal in unserem Stadion stärker sein wird als vor zwei Wochen in London, liegt das daran, dass wir es zulassen", sagte Klopp selbstbewusst vor dem Rückspiel und versprach eine "top vorbereitete" Borussia.
"Alles wird gut"
Er hielt Wort. Vom Anpfiff weg war der Tabellenzweite der Bundesliga das griffigere Team: Stringentes Pressing, schnelles Umschalten und einige gute Möglichkeiten waren die Folge. Klopp verfolgte die Darbietungen seiner Spieler aufmerksam, aber betont unaufgeregt.
Sowohl bei einem Volleyschuss von Neven Subotic (17. Minute), der knapp am Gästetor vorbeistrich, als auch bei einem Schuss von Henrikh Mkhitaryan (37.), der größten Dortmunder Chance in der ersten Hälfte, reagierte Klopp fast cool: Kein theatralisches Wegdrehen - stattdessen aufmunternder Beifall für seine Jungs. Motto: "Komm, so weiter spielen und alles wird gut."
"Kleine Momente" werden dieses Spiel entscheiden, hatte er prophezeit. Und er sollte recht behalten. In der 62. Minute unterlief ausgerechnet Sokratis, der für den verletzten Mats Hummels ins Team gerückt war, sein bis dahin erster, aber verhängnisvoller Fehler: Er verlor den Ball an der eigenen Strafraumkante, eine Flanke, eine Kopfballvorlage von Olivier Giroud – und Aaron Ramsey markierte das 0:1.
Klopp blieb sachlich, blieb positiv. Er strahlte Ruhe aus, auch als die Zeit weg zu laufen schien. In der 74. Minute versuchte er, neue Impulse zu setzen: Brachte mit Jonas Hofmann und Pierre-Emerick Aubameyang zwei frische Offensivkräfte.
Zähes Spiel
Doch nun folgte eine Spielphase, die Klopps Team nicht gerade entgegen kam. Arsenal zog sich weit in die eigenen Hälfte. Der BVB musste das Spiel machen, Räume erspähen und versuchen, sich durch zu kombinieren. Das Spiel, bis dahin sehr temporeich, wurde zäh.
Und eine "weitere Kleinigkeit" in Form eines Geniestreiches wollte sich nicht einstellen. Auch die kämpferischen Durchsagen von Stadionsprecher Norbert Dickel ("Komm, wir packen das noch") verpufften.
So blieb es bei einem anständigen Innenraum-Comeback von Klopp. Mit Angelo Boonman, dem Vierten Offiziellen, hatte er keinen nennenswerten Kontakt. Selbst als Robert Lewandowski in der Nachspielzeit im Strafraum zu Boden ging, gab es keine wilden Gesten.
Trotzdem war es für Klopp aus nachvollziehbaren Gründen kein glücklicker Abend. "Jeder hat gesehen, dass wir uns für den Aufwand nicht belohnt haben", sagte er später. "Wir haben noch alle Chancen. Aber für heute ist das ganz, ganz bescheiden."

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