Sonntag, 27. Oktober 2013

Klopp: "Ich habe mich geschämt"

Zum 143. Mal drehte sich im Ruhrgebiet alles rund um die Mutter aller Derbys: "Herne West" gegen "Lüdenscheid Nord", wie sich die Fangruppierungen gerne gegenseitig nennen, oder einfach: Schalke gegen Dortmund. Allerdings stand nicht ausschließlich der Fußball im Vordergrund. Pyrotechnik und Randale rund um das Stadion stellten den 3:1-Erfolg des BVB in den Schatten.

Gelbe Rauchschwaden zogen um kurz vor 15.30 Uhr über das Spielfeld in der Schalker Arena und verzögerten damit den Beginn einer ohnehin schon brisanten Partie um etwa fünf Minuten. Doch viel schlimmer war, dass die unverbesserlichen Anhänger der Dortmunder nicht nur massenweise Pyrotechnik ins Stadion geschmuggelt, sondern damit auch sich selbst und andere in große Gefahr gebracht hatten. "Das ist einfach asoziales Verhalten, gerade wenn man Raketen in andere Blöcke schießt. Das ist total intolerabel und wir werden das auch nicht akzeptieren", polterte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. BVB-Coach Jürgen Klopp sprach dagegen von "ganz schrecklichen Bildern", über die er sich "in diesem Moment echt geschämt" habe.

Und auch von der DFL folgte wenig später ein erstes Statement. "Angesichts der Bilder muss man sich schämen. Wir verurteilen die Vorfälle aufs Schärfste. Hier werden von Einzelnen Verletzungen Anderer billigend in Kauf genommen", sagte DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig. Doch nicht nur im Stadion sorgten die Dortmunder Fans für Ärger. Schon weit vor dem Anpfiff hatten rund 400 Anhänger der Schwarz-Gelben am Essener Bahnhof eine Polizei-Absperrung durchbrochen.


Weder der Schalker Stadionsprecher noch Verantwortliche oder Spieler konnten die Anhänger im Gästeblock zur Räson bringen. BVB-Keeper Roman Weidenfeller hatte sich noch vor dem Anpfiff in Richtung eigener Anhang gemacht, musste aber erkennen, dass er die Lage nicht beruhigen konnte und sich selbst in Gefahr brachte. Doch auch der Schalker Anhang bekleckerte sich nicht mit Ruhm. Ein Polizist wurde beim Versuch, ein deeskalierendes Gespräch mit Fans von S04 zu führen, durch Fußtritte und Faustschläge attackiert.

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