Am Freitag nominiert Joachim Löw seinen Kader für die kommenden Qualifikationsspiele. Wichtiger für die Dortmunder Spieler sind derweil die diplomatischen Konsultationen des Bundestrainers mit ihrem Trainer Klopp.
Als das Spiel gegen Olympique Marseille zu Ende war, musste Jürgen Klopp noch eine Weile warten, bis er in die Kabine gehen durfte, um dort den ersten Sieg in der neuen ChampionsLeague-Saison zu würdigen. Der Trainer von Borussia Dortmund war gesperrt und hatte die Partie am Dienstag auf dem Balkon vor einer Loge verfolgt. Erst eine Viertelstunde nach dem Abpfiff durfte er wieder Kontakt zu seinen Spielern und zu seinem Vertreter Zeljko Buvac aufnehmen, der die Mannschaft beim 3:0 über die Franzosen gecoacht hatte. Als der Bann aufgehoben war, sagte der Chef den Spielern als Erstes, „sie sollten sich nicht daran gewöhnen“, dass er nicht an der Seitenlinie stehe. „Da oben sieht man tatsächlich besser, aber sonst ist es nicht so angenehm.“
Als er am Abend seine persönliche Perspektive und den souveränen Sieg seiner Elf analysierte, wirkte Klopp gelöst. Er mag angenommen haben, die Strafe für sein Benehmen beim Auftaktspiel in Neapel, wo er den vierten Offiziellen heftig bedrängt hatte, sei verbüßt. Doch das Urteil der Europäischen Fußball-Union folgte erst anderthalb Tage später. Der Verband verlängerte die zunächst nur vorläufige Sperre um eine weitere Partie. Klopp muss auch beim Auswärtsspiel am 22. Oktober gegen Arsenal London zu seiner Mannschaft auf Distanz gehen. Der BVB teilte am Donnerstag mit, er prüfe, ob ein Einspruch Aussicht auf Erfolg habe. Die Chancen gelten allerdings als gering.
Der ungefährdete Sieg über Marseille zeigte immerhin, dass es an guten Tagen auch ohne Klopp als Dirigent am Rande des Rasens geht. „Wir sind jetzt in der Gruppe drin“, sagte er.
Perspektiven im Nationalteam
Was für den einen oder anderen BVB-Profi in der Nationalmannschaft so alles drin ist, hat Klopp mit Bundestrainer Joachim Löw erörtert. „Wir hatten ein sehr gutes Gespräch. Jogi Löw, Andreas Köpke und ich haben alle relevanten Themen besprochen“, sagte er über das Treffen auf dem Gelände des Bundesliga-Tabellenführers. Das klingt nach Konsultationen zwischen Staatsmännern, die sich noch nicht zu einem gemeinsamen Kommuniqué haben durchringen können. Einzelheiten über den Inhalt wurden nicht bekannt. Es liegt aber nahe, dass über das Standing bestimmter BVB-Spieler in der Nationalelf gesprochen wurde.
Hummels zu forsch?
Mittelfeldkräfte wie Marco Reus oder Ilkay Gündogan, der noch länger verletzt ausfällt, genießen bei Löw beträchtliches Ansehen, was darauf schließen lässt, dass der Bundestrainer nicht grundsätzlich Vorbehalte gegen Dortmunder Spieler hegt. Diesen Eindruck wollen die Verantwortlichen des Klubs auch nicht vermitteln - sagen sie.

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