Die von einigen BVB-Fans beim Revierderby abgefackelten Bengalos beschäftigen den DFB-Kontrollausschuss. Dortmund drohen nun harte Strafen. Womöglich sogar ein Fanausschluss im nächsten Schalke-Spiel.
Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes ermittelt gegen Borussia Dortmund, der Verein selbst gegen die Chaoten unter seinen eigenen Fans: "Der Kontrollausschuss wird in beiden Fällen Ermittlungsverfahren einleiten und Stellungnahmen der Beteiligten einholen", bestätigte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker nach den Ausschreitungen beim Revierderby am vergangenen Samstag in der Schalker Arena sowie beim Zweitliga-Ostduell zwischen Dynamo Dresden und Energie Cottbus.
Kurz vor dem Anpfiff hatten vermummte Randalierer im Dortmunder Fan-Block unter anderem Bengalos abgebrannt und Raketen auf die Tribüne geschossen. Auch im Block selbst wüteten die Anhänger und zerstörten eine Plexiglasscheibe, die sie mit kleinen Hämmern bearbeitet hatten. Schiedsrichter Knut Kircher hatte die beiden Mannschaften zunächst wieder in die Kabinen geschickt und die Partie erst fünf Minuten später angepfiffen.
"Wer die Gesundheit anderer Menschen gefährdet und erhebliche Körperverletzungen in Kauf nimmt, hat sich damit selbst für die Fußball-Familie disqualifiziert. Die Bezeichnung Fan für solche Leute ist abwegig. Ich wäre dankbar, wenn unsere Gesprächspartner aus der Sicherheitsdiskussion wie Vertreter von Unsere Kurve, Pro Fans, 12Doppelpunkt12 sowie die Fan-Anwälte zu den Vorgängen ebenfalls eine Stellungnahme abgeben würden", sagte Reinhard Rauball, in Personalunion BVB- und Liga-Präsident.
BVB droht mit "null Toleranz"
"Wenn Raketen in Zuschauerränge geschossen werden, hat das mit Fankultur nichts zu tun – das ist reine Selbstdarstellung, für die mir jegliches Verständnis fehlt. Wir werden mit null Toleranz vorgehen und durchgreifen", meinte BVB-Sportdirektor Michael Zorc bei "Sport Bild plus". Man sei mit den betreffenden Gruppen im Dialog, aber dadurch, dass viele vermummt gewesen waren, sei es schwierig, Einzeltäter ausfindig zu machen, so Zorc.
"Es wird keine Schnellschüsse geben", sagte Klub-Boss Hans-Joachim Watzke, "Präzision geht vor Schnelligkeit." Schon nach dem Abpfiff hatte Watzke sichtlich verärgert drakonischen Maßnahmen angekündigt – auch in dem Wissen, dass dem BVB in jedem Fall eine empfindliche Strafe droht. Die Initiatoren des Pyro-Eklats und deren gesamten Fangruppen, die in Dortmund angeblich weitgehend bekannt sind, müssen sich auf Ticketsperren für Auswärtsspiele des BVB und Regressansprüche einrichten.
Nach Informationen des "Kicker" war Dortmund in den vergangenen fünf Jahren in 23 Fällen, zumeist aufgrund von Pyrotechnik – und in der Regel bei Auswärtsspielen – zu Geldbußen von insgesamt 215.000 Euro belegt worden.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen