Samstag, 21. September 2013

Schmelzers Freistoßtor reicht nur zu einem 1:1

Am 6. Spieltag der Fußball-Bundesliga hat es Tabellenführer Borussia Dortmund knapp verpasst, seinen Startrekord weiter auszubauen. Drei Tage nach der Champions-League-Niederlage in Neapel sprang in einer hart umkämpften Partie beim 1. FC Nürnberg am Ende nur ein 1:1 (1:0)-Unentschieden heraus. Allein Schmelzer brachte den Ball im FCN-Tor unter.´

50.000 Zuschauer in der erstmals in dieser Saison ausverkauften Grundig-Arena sahen eine zunächst tempoarme Begegnung in der Borussia durch ein herrliches Freistoßtor von Schmelzer in Führung ging (37.) und Nürnberg ebenfalls nach einem Standard durch Nilsson ausglich (51.). Der "Club" war mit dem 1:1 zufrieden, der BVB kann es nicht sein.

Ausgangslage:

63 Stunden nach dem Abpfiff des Champions-League-Spiels beim SSC Neapel musste Borussia Dortmund erneut auswärts ran, beim 1. FC Nürnberg, einem von drei Klubs, die noch sieglos waren, während der BVB seinen besten Start aller Zeiten (fünf Spiele, fünf Siege) ausbauen wollte. Gegen den "Club" verlor der BVB nur eins der letzten 26 Spiele. Mit Jürgen Klopp gab es sieben Siege und ein Remis.

Personalien:

Neben Kehl, Gündogan und Piszczek fehlte auch Hummels, dessen Rückenprobleme (eingeklemmter Nerv) einen Einsatz nicht zuließen. Für ihn spielte Sokratis, der in Neapel wegen einer Fußprellung noch aussetzen musste. Darüber hinaus gab es drei weitere Wechsel beim BVB: Die Youngster Durm (bislang eine Bundesliga-Minute) und Ducksch (13) feierten ihr Startelf-Debüt, außerdem rückte Aubameyang zurück in die erste Elf. Sahin, Mkhitaryan und Lewandowski rotierten auf die Bank. Beim FCN waren Mak, Feulner und Gebhart nicht dabei.

Taktik:

Erstmals in dieser Saison agierte der BVB in einem 4-3-3-System. Durm übernahm von Großkreutz, der zu Bender und Blaszczykowski ins Mittelfeld wechselte, die Rechtsverteidigerposition. Aubameyang und Reus auf den Außenpositionen sowie Ducksch im Zentrum bildeten den Drei-Mann-Sturm des BVB. Nürnberg agierte in einer 4-1-4-1-Grundordnung ohne echten "Spielmacher", denn Kyotake fand sein Betätigungsfeld auf dem rechten Flügel.
Spielverlauf & Analyse:

Der "Club" agierte taktisch sehr diszipliniert, schaffte es fast immer, mit neun Feldspielern hinter den Ball zu kommen und kein Tempospiel der Borussen zuzulassen. Allein Reus aus spitzem Winkel (7.) und Aubameyang mit einer Volleyabnahme nach Schmelzer-Flanke (25.) sorgten für Gefahr. Die größte Chance bis dahin ging sogar auf das Konto der Gastgeber, die durch Frantz per Kopf die Querlatte trafen (19.).

Für Marcel Schmelzer (links im Hintergrund) und Marco Reus (r.) war nach 45 Minuten aus Verletzungsgründen Schluss. In der Mitte: Nürnbergs Hasebe.

Wie so oft im Fußball, wenn im Spiel nicht so viel zusammenläuft, half eine Standardsituation. Nach Foul an Blaszczykowski gab es Freistoß für den BVB, exakt 25 Meter vor dem Tor, halbrechte Position. Alle rechneten in dieser 37. Spielminute mit dem Spezialisten für solchen Situationen, Reus, doch stattdessen trat Schmelzer an und drehte die Kugel mit seinem starken linken Fuß über die Mauer hinweg - und die Kugel passte haargenau in den rechten Giebel. Da konnte sich Schäfer noch so lang machen; dieser Ball war unhaltbar. Für Nürnberg war es erst das zweite Gegentor in dieser Saison in den ersten 45 Minuten, für Schmelzer Bundesliga-Tor Nummer zwei überhaupt. Zuletzt hatte er vor 23 Monaten gegen den 1. FC Köln getroffen. Und der BVB baute damit seine Serie aus, traf im 24. Auswärtsspiel hintereinander.

Einen Wermutstropfen gab es dann aber doch noch. Bei einem Zweikampf mit Chandler zog sich Reus eine Oberschenkelprellung zu (34.). Er schleppte sich noch bis zum Pausenpfiff über den Rasen. Für ihn kam dann Hofmann. Und auch Schmelzer blieb mit Beschwerden in der Oberschenkelmuskulatur in der Kabine und wurde durch Sahin ersetzt. Durm wechselte auf die linke Abwehrseite, Großkreutz übernahm die rechte Seite.

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