Freitag, 20. September 2013

Neapel-Hausmeister schwärmt von BVB-Trainer Klopp

Im Champions-League-Spiel beim SSC Neapel rastete Jürgen Klopp erneut aus. Der Stadion-Hausmeister in Neapel zeigte sich begeistert vom BVB-Coach, mit dem er gemeinsam das Spiel verfolgte.

Neapel. Jürgen Klopp hat durch seinen Champions-League-Ausraster überraschend auch einen neuen Freund gefunden: Hausmeister Vincenzo Gerrone vom SSC Neapel schwärmte nach dem gemeinsamen Fußball-Abend mit dem aus dem Innenraum verwiesenen Trainer von Borussia Dortmund vor dem TV-Gerät seiner Kabine in höchsten Tönen von dem 46-Jährigen. "Klopp war total nett", sagte Gerrone der Bild-Zeitung: "Das war der schönste Besuch seit Diego Maradona."
Klopp hatte am vergangenen Mittwoch bei Dortmunds Champions-League-Auftakt in Neapel (1:2) wegen eines Wutausbruchs vor der Pause die Rote Karte gesehen. Den zweiten Durchgang verfolgte der Coach mit Gerrone im Hausmeister-Raum des San-Paolo-Stadions, wo einst Argentiniens Idol Maradona mit Napoli große Erfolge gefeiert hatte.

Von Klopps vorangegangenen Entgleisungen will Gerrone abgesehen von der nachvollziehbaren Anspannung des Trainers nichts mehr bemerkt haben. "Mister Klopp war eigentlich ganz ruhig, aber auch ein bisschen nervös. Ich hatte etwas Kuchen und Wasser da. Dann haben wir zusammen auf der Couch gesessen und das Spiel geschaut."

Abgesehen von der Erinnerung an eine Champions-League-Halbzeit mit Klopp blieb Gerrone auch ein sichtbares Souvenir: Der BVB-Trainer bedankte sich mit dem Trikot von Dortmunds Nationalspieler Marco Reus für die Gastfreundschaft bei dem 61-Jährigen.

Klopp schämt sich für Ausbruch

Klopp selbst schämt sich für seinen Wutausbruch: "Ich mache da draußen 'nen Affen, das geht nicht. Das war völlig doof! Ich habe gedacht, ich würde das hinkriegen mit meinen Emotionen, aber auf den Bildern sieht es wirklich nicht danach aus", sagte Jürgen Klopp kleinlaut und ungewohnt demütig.
Am Fuße des Vesuvs waren ihm erneut die Sicherungen durchgebrannt, erneut hatte er sich als schlechter Repräsentant des BVB gezeigt, als er den vierten Offiziellen Venancio Tome aus Portugal an der Seitenlinie zähnefletschend und mit hochrotem Kopf aus nächster Nähe anbrüllte. Prompt wurde er auf die Tribüne geschickt und erwies damit der Mannschaft einen Bärendienst.
Sein Ausraster war der Anfang vom Ende für den BVB, der 116 Tage nach dem Finale von Wembley einen Fehlstart in die neue Saison der Königsklasse hinlegte. Immerhin: Als Klopp zurück auf Normaltemperatur war, kam die Einsicht. "Ich habe mich beim vierten Offiziellen, beim Schiedsrichter und bei der Mannschaft bereits entschuldigt", verkündete er und gelobte dann zum x-ten Mal Besserung - Töne, die sich schon in der Bundesliga als Lippenbekenntnisse entpuppt haben. Das weiß auch Klopp. "Wenn ich jetzt sage, das kommt nicht mehr vor, sagen die meisten wahrscheinlich: Der Klopp hat 'nen Schuss! Ich wollte so etwas nicht mehr machen, habe es trotzdem gemacht und muss die Konsequenzen tragen", sagte er reumütig.
 

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