Freitag, 27. September 2013

Jetzt muss Klopps Schattenmann ins Rampenlicht

Zeljlko Buvac gilt als Jürgen Klopps "eineiiger Zwilling" und als stiller Tüftler hinter dem BVB-Erfolg. Nach dem Wutanfall seines Chefs muss der Co-Trainer erstmals ins ungeliebte Rampenlicht.

In bestimmten Momenten scheint Zeljlko Buvac besonders froh darüber zu sein, dass er nicht Cheftrainer ist. Wenn das Training von Borussia Dortmund vorüber ist und Jürgen Klopp noch in den mit Journalisten gefüllten Pressecontainer geht, um dort Rede und Antwort zu stehen, betritt Buvac noch einmal den Platz. Dann dreht der Co-Trainer von Klopp dort allein seine Runden und wirkt mit sich und der Welt zufrieden.

Buvac (52) spricht nicht gern in der Öffentlichkeit. Das war schon immer so, und nur weil dies wohl auch immer so sein wird, funktioniert die Arbeitsteilung mit seinem Chef auch perfekt. Seit 13 Jahren verrichtet der bosnische Serbe seinen Dienst an der Seite von Klopp, sieben Jahre lang beim FSV Mainz 05 und nun bereits seit über fünf Jahren in Dortmund. Noch nie hat er in dieser Zeit ein Interview gegeben. Und geht es nach ihm, wird es auch dabei bleiben.

Was nicht heißt, dass Buvac nicht redet. Im Gegenteil. "Wenn er etwas zu sagen hat, dann hat das Hand und Fuß. Es stimmt und ist Gesetz", hat Peter Krawietz, in Klopps Trainerstab schwerpunktmäßig für die Videoanalyse zuständig, einmal gesagt. Allerdings spricht Buvac nur auf dem Platz oder in der Kabine. Er ist zurückhaltend, bescheiden, aber voller Fachwissen und Ideen in Sachen Fußball und Taktik. Er sei der "fleischgewordene Fußball-Sachverstand", sagt Klopp, der die Zusammenarbeit mit Buvac überaus schätzt.


Die scheinbar perfekte Symbiose zwischen dem charismatischen Klopp, der die Spieler mithilfe seiner rhetorischen Fähigkeiten emotionalisieren sowie die Medien gefügig machen kann, und Buvac, dem stillen Tüftler, gab es schon, bevor beide die Trainerlaufbahn einschlugen. In Mainz spielten Klopp und Buvac drei Jahre Seite an Seite in einer Mannschaft. Klopp war damals derjenige, der die Mitspieler führte, der sie wachrütteln konnte.

Er war der aggressive Leader, der sich wegen seiner kämpferischen, extrovertierten Art schnell zum prägenden Gesicht des Vereins entwickelte. Doch der Stratege, der unauffällig mit seinen Ideen und Pässen das Spiel organisierte und damit ebenfalls die Richtung vorgab, war Buvac. Dazu gehörte auch die Gabe, scheinbar vorauszuahnen, was der Gegner plant. "Wenn er im Ballbesitz war, traf er fast immer die richtige Entscheidung. Er war ein sehr intelligenter Spieler", sagt Ansgar Brinkmann, der damals in Mainz spielte.

Trainerschicksal miteinander verbunden

Klopp und Buvac merkten schnell, dass sie voreinander profitieren. Und so fassten sie damals schon einen Entschluss: Sollte einer von beiden im Profifußball als Trainer Fuß fassen, werde der andere als Co-Trainer folgen.

2001 war es so weit: Die Mainzer brauchten einen neuen Chefcoach. "Wir kamen relativ schnell auf Klopp. Denn der war ja schon vorher als Spieler eine Art Trainer gewesen", erinnert sich Christian Heidel, der damalige und heutige Manager der Mainzer. Im ersten Gespräch machte Klopp dann aber ebenso schnell klar, dass er die Verantwortung nur mit Buvac an seiner Seite übernehmen werde. Die Mainzer akzeptierten diese Bedingung nur zu gern: Wussten sie doch, auf welche spezielle Art und Weise sich die beiden ergänzen.

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