Donnerstag, 12. September 2013

Frust und Verzweiflung des Shinji Kagawa

Bei Dortmund einst gefeiert, bei Manchester United nur Ersatz. Spielgestalter Shinji Kagawa muckt erstmals öffentlich auf. Vielleicht kehrt er ja zum BVB zurück. Das hat schon einem anderen gut getan.

Es ist schon kurios: Da wird Borussia Dortmund in ganz Europa gefeiert, mal in Spanien zur Avantgarde des Fußballs erhoben, dann in England zum heißesten Team des Kontinents.
Aber wenn sie einen dieser Propheten in Schwarz und Gelb dann bei sich haben, wird er weder in der Sänfte getragen noch lauschen sie seinen Worten. Sie lassen ihn nicht mal auf den Berg. Sie setzen ihn lieber auf die Bank. Oder gleich auf die Tribüne.

Nuri Sahin verbrachte anderthalb Jahre in den Logen von Santiago Bernabeu und Anfield Road, ehe er vorigen Winter nach Dortmund zurückkam. Sahin war nicht irgendein BVB-Spieler, er war Hirn und Herz der Meistermannschaft von 2011.

Dortmund wurde ohne Shinji nicht Meister

Dass der Mittelfeldspieler auch anderswo reüssieren würde, stand weniger in Zweifel als die Zukunft der Dortmunder ohne ihn. Doch die hatten ja zum Beispiel noch Shinji Kagawa. Das Hirn und Herz der Meistermannschaft von 2012. Danach ging Kagawa zu Manchester United.


Wieder machten sich alle mehr Sorgen um den BVB als um den Abtrünnigen. Tatsächlich wurden die Dortmunder ohne Kagawa nicht Meister, aber ein Champions-League-Finale sowie die Meisterschaften der Fußball-Avantgarde und der heißesten Teams des Kontinents sind wohl besser als das, was Kagawa gleichzeitig ohne den BVB widerfahren ist.
Ja, er wurde wieder Meister, aber nein, er war weder Herz noch Hirn von Manchesters Mannschaft, er war bestenfalls ein Finger oder der kleine Zeh.

"Ich habe Tränen in den Augen"
Kagawa hat das hingenommen. Ist ja alles richtig, ein Neuankömmling muss sich erst an den englischen Fußball gewöhnen, Manchester United macht die Dinge grundsätzlich nicht so falsch, und mit Alex Ferguson legt man sich schon mal gar nicht an. Außerdem setzte ihn der Schotte wenigstens noch ein, wenn auch meist auf der Außenbahn statt in der Zentrale und insgesamt nur in fünf von 38 Ligaspielen über die vollen 90 Minuten.

Und obwohl sein Ex-Trainer Jürgen Klopp schon da verzweifelte: "Kagawa ist einer der besten Spieler der Welt, und jetzt spielt er 20 Minuten bei Manchester United – auf Linksaußen. Es bricht mir das Herz. Wirklich, ich habe Tränen in den Augen."

Dortmund hätte ihn im Sommer wohl gern zurückgenommen, aber Manchester wollte ihn nicht verkaufen. Shinji Kagawa hatte also Grund zur Hoffnung, dass es unter dem neuen Trainer David Moyes besser laufen würde.

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