Dienstag, 3. September 2013

BVB-Trainer Klopp begeistert von seiner neuen Waffe

Borussia Dortmunds Rekordtransfer Hendrikh Mkhitaryan überragt beim Sieg in Frankfurt. Sein Trainer Jürgen Klopp verrät: "Wir hätten noch viel mehr für ihn bezahlt, so sehr wollten wir ihn."

Offenbar gab es nicht nur im Gästefanblock Anhänger von Hendrikh Mkhitaryan. Als das Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund beendet war, lief auch Jan Rosenthal mit einem Trikot des Dortmunder Mittelfeldspielers durch die Stadionkatakomben. Die Interviews absolvierte er im Trikot seines Gegenspielers, das er ihm unmittelbar nach Schlusspfiff noch auf dem Rasen abgeschwatzt hatte.

Die Trophäe könnte einmal einen gewissen Sammlerwert haben: Schließlich hatte Mkhitaryan beim 2:1 (1:1) der Borussen beide Treffer erzielt: Es waren seine ersten beiden Bundesligatore. Und die wiederum waren ein klarer Beleg dafür, dass das armenische Ausnahmetalent nun auch in der deutschen Eliteklasse Fuß gefasst hat. "Ich fühle mich in Dortmund sehr wohl und freue mich sehr, dass ich nun auch mein erstes Tor geschossen habe. Umso schöner ist es, das ich danach auch mein zweites erzielt habe", sagte Mkhitaryan.

Eine gewisse Erleichterung darüber, nun auch in Deutschland einen eindeutigen Beweis seiner Klasse geführt zu haben, war ihm deutlich anzumerken. Schließlich war er, als er vor Saisonbeginn für etwa 27,5 Millionen Euro Ablöse von Schachtjor Donezk aus der Ukraine gekommen war, der teuerste Einkauf in der Dortmunder Historie. Da ist es nicht groß verwunderlich, dass ein gewisser Druck entsteht und schnell auch mal Zweifel aufkommen könnten: Ist er das überhaupt wert? Kommt er in Anbetracht der beeindrucken Zahlen auch mit den hohen Erwartungen zurecht? Er scheint damit umgehen zu können.

Er wollte zu schnell zu viel zeigen

Allerdings musste Mkhitaryan davor erst einmal schmerzlich erfahren, dass es nichts bringt, wenn er sich selbst noch zusätzlich unter Druck setzt. Am 16. Juli, Mkhitaryan war erst sechs Tage zuvor zu seinen neuen Teamkollegen gestoßen, hatte er sich verletzt. Wohl auch, weil er zu schnell zu viel zeigen wollte: Bei einem Testspiel gegen den Schweizer Erstligisten FC Luzern waren 42 Minuten gespielt, als er nach einem Pass von Ilkay Gündogan dem Ball hinterher sprintete, ihn, obwohl der Winkel schon reichlich spitz war, doch noch auf das gegnerische Tor bringen wollte – und dabei mit dem Standbein wegrutschte und sich am rechten Sprunggelenk verletzte.
Er hatte dieses unbedeutende Tor in einem unbedeutenden Spiel unbedingt erzielen wollen. Am Tag danach wurde klar, welch hohen Preis er dafür bezahlen muss: Ein Teilanriss des Syndesmosebandes zwang ausrechnet ihn, der so voller Elan nach Dortmund gekommen war, zu einer Zwangspause. Erst drei Wochen nach dem Vorfall konnte Mkhitaryan wieder mit der Mannschaft trainieren. Vorsichtig musste er wieder an das Niveau seiner Kollegen, die die volle Vorbereitung absolvieren konnten, herangeführt werden. Keine einfache Zeit für den Armenier.

Als Dortmund gegen die Bayern den deutschen Supercup gewann, konnte er von der Tribüne aus nur zuschauen, und auch als die Bundesliga-Saison los ging, war er noch nicht soweit. Doch weil er es alleine in Dortmund nicht ausgehalten hätte, war er am ersten Spieltag wie selbstverständlich mit dem Team nach Augsburg geflogen. Er hätte es einfach nicht fertig gebracht, sich das Spiel zu Hause allein im Fernsehen anzuschauen.

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