Montag, 23. September 2013

BVB-Boss Watzke kritisiert HSV-Investor Kühne scharf

Borussia Dortmunds Chef Hans-Joachim Watzke mischt sich bei der Konkurrenz ein: Der BVB-Geschäftsführer hat das Gebaren von HSV-Geldgeber Klaus-Michael Kühne scharf kritisiert, es sogar "unanständig" genannt. Auch der Club selbst bekam eine Breitseite ab.

Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, hat deutliche Worte für die Situation beim Liga-Rivalen Hamburger SV gefunden und dessen Investor Klaus-Michael Kühne scharf kritisiert. Der BVB-Boss bezeichnete die Club-Strukturen des HSV als "dramatisch" und nannte das Verhalten des Unternehmers "unanständig".

Kühne, der mit einem Millionen-Kredit den Rückkauf von Rafael van der Vaart ermöglicht hatte, hat dem HSV 25 Millionen Euro in Aussicht gestellt für den Fall, dass der Club seine Profi-Abteilung ausgliedert. Gleichzeitig kritisierte er Sportchef Oliver Kreuzer und Vorstandschef Carl-Edgar Jarchow in diversen Interviews und warb dafür, beide abzusetzen und stattdessen Felix Magath zu holen.

"Menschlich verhält er sich unanständig. Das, was er nun macht, permanent die Öffentlichkeit zu suchen, um die Verantwortlichen zu diskreditieren, das ist daneben", sagte Watzke "Sport Bild Online". Es sei zudem "ehrabschneidend" gewesen, Sportdirektor Oliver Kreuzer als Drittliga-Manager zu bezeichnen, wie es Kühne noch vor dessen Amtsantritt getan hatte. "Das ist nicht in Ordnung und der völlig falsche Ansatz", sagte Watzke.

Vor allem den Druck, den Kühne durch das 25-Millionen-Angebot aufbaue, kritisiert Watzke: "Dieses permanente Mit-dem-Geld-winken und dann sagen: Wenn ihr das Geld wollt, müsst ihr aber das tun, was ich will - das ist unanständig und gefällt mir nicht. Dadurch hat der HSV nun eine schwierige Situation", sagte Watzke. Man müsse "Herrn Kühne einfach klar machen, dass er den falschen Weg eingeschlagen hat".
Wenn Kühne als potentieller Investor mit seinem Vorgehen lediglich Macht ausspielen möchte, "dann musst du die Gespräche mit ihm sofort abbrechen", sagte Watzke. Ein Investor, der "zu jedem Sachverhalt seinen Senf abgibt, ist für jeden Traditionsclub tödlich".
Der 54 Jahre alte Borussia-Funktionär kritisierte auch den HSV selbst. Er habe das Gefühl, dass es "im Club nur noch Chaos gibt".

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