Jürgen Klopp kann nichts Schlechtes an Mario Götzes Abgang finden. Der sportliche Verlust sei ihm "völlig egal", er habe keine Auswirkungen auf diese Saison. Der BVB-Trainer rät, Götze zu vergessen.
Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp ist zuversichtlich, dass sein Team ohne Mario Götze in dieser Saison besser spielen kann. "Man kann sagen: Es besteht die Chance dazu, dass die Mannschaft besser spielt", sagte er in einem Interview der "SZ".
Die Lücke, die durch den Wechsel des Nationalspielers zu Bayern München entstanden zu sein schien, gibt es für Klopp nach der Investition von rund 50 Millionen Euro in neue Spieler nicht mehr: "Marios Wechsel ist null Negatives. Es wäre nur nicht nötig gewesen, dass er gerade jetzt geht. Aber wissen Sie was: Der rein sportliche Verlust ist jetzt schon wieder völlig egal", sagte er." Der BVB habe einen "wirklich guten Kader" und die Aufgabe, "dafür zu sorgen, dass die Leute nicht mehr an das letzte Jahr und an Mario denken müssen".
Dennoch scheut sich der BVB-Trainer weiter, dem Titelverteidiger aus München den Kampf anzusagen. "Die Leute kommen nicht ins Stadion, weil wir Herausforderer von Bayern München sein sollen oder wollen", sagte Klopp, dessen Dortmunder mit 25 Punkten Rückstand Zweiter hinter München geworden waren. "Vorige Saison hätte ich nicht immer alles fordern können. Ich habe an einem Punkt gemerkt: Ich werde diese Saison nicht mehr bekommen können, als ich bekommen habe. Jetzt geht das wieder, wir alle sind wieder bereit", sagt Klopp.
Sein Klub verzeichnet einen Rekordumsatz, Rekordgewinn und weitere Millionen-Einnahmen sind in Sicht. Dennoch setzt Dortmunds Trainer auch weiter auf den Nachwuchs zum Nulltarif. Der starke Auftritt des Nobodys Jonas Hofmann beim 2:1 am vergangenen Sonntag gegen Eintracht Braunschweig lieferte das beste Beispiel. Zudem wurde der 19 Jahre alte Marvin Duksch eingewechselt, Erik Durm (21) gehörte zumindest zum Kader und weitere Talente stehen auf dem Sprung in die erste Reihe.
50 Millionen Euro hat der BVB vor der Saison in seine Zugänge Henrikh Mkhitaryan (27,5), Pierre-Emerick Aubameyang (13,0) und Sokratis (9,5) investiert, aber seine jungen Wilden stets im Blick behalten. "Sie sind eine Investition in die Zukunft", betonte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und meinte den sportlichen, aber auch wirtschaftlichen Bereich.
Götzes Transfer besserte Umsatz erheblich auf
Als Paradebeispiel gilt der Verkauf des Eigengewächses Götze für 37 Millionen Euro, der seinen Beitrag zu der am Donnerstag verkündeten historischen Bilanz mit einer Umsatzbestmarke von 305 Millionen Euro leistete. Doch Klopp will in erster Linie sportlich von den Talenten profitieren.
Längst hat der BVB aus der Not, als er 2005 vor dem wirtschaftlichen Kollaps stand und den Neuaufbau mit preiswerten jungen Spielern anschob, eine Tugend gemacht. Für die Hochbegabten des deutschen Fußballs hat sich der BVB inzwischen zu einer guten Adresse gemausert. Hofmann zum Beispiel kam vor zwei Jahren ohne Ablöse von 1899 Hoffenheim nach Westfalen, angetrieben von seinem Traum, den Sprung in den Profi-Fußball zu schaffen.
Manchmal müssen die BVB-Scouts auch nur ein paar Straßen weiterfahren, um ein neues Juwel zu entdecken. So geschehen bei Torjäger Duksch, dessen Vater, einst sein Trainer bei Fortuna Dortmund, seinen damals neunjährigen Sohn beim Dortmunder "Tag der Talente" anmeldete. Der kleine Marvin beeindruckte die BVB-Späher. Inzwischen kann Duksch Einsätze in der U16 und U17 des DFB vorweisen
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