Der Himmel über dem SIGNAL IDUNA PARK ist schwarz. Immer wieder wird der Mond von grauen Wolken verdeckt. Im Stadion herrscht Kontrastprogramm. Das Flutlicht strahlt vom Dach, der Rasen leuchtet grün. Trotz der späten Stunde ist es warm, fast 30 Grad, die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Das Stadion brodelt wie ein Kessel. Lautstarke Anfeuerung von den Rängen. Alle warten auf die Eruption, auf das 1:0, auf die erlösende Führung.
Man war ihr ja schon so nah: Reus´ Freistoß (17.), Blaszczykowskis Lattenknaller (36.), Mielitz´ Paraden gegen Lewandowski (43.) und Reus (45.), Hunts Kopfballabwehr auf der Linie (45.). Am Ende der Partie gegen Werder Bremen sollten 32 Torschüsse auf dem BVB-Konto stehen. Nur einmal hatte ein schwarzgelbes Team zuvor in einem Spiel öfter aufs Tor geschossen, ein Rekordwert! Dass schlussendlich "nur" ein Ball den Weg über die Linie findet, kann auch Jürgen Klopp ganz gut verschmerzen: "Wenn man nach drei Spielen neun Punkte hat und das einzige Thema die mangelnde Chancenverwertung ist, dann finde ich das doch ganz angenehm."
54 Minuten sind gespielt, als der zuvor schon toll aufspielende Reus den Ball für Lewandowski auflegt und der Pole sein zweites Saisontor erzielt. Das Stadion explodiert. Das erlösende "JAAAAAA!" von fast 80.000 Schwarzgelben fegt wie ein Orkan über die Ränge. Lewandowski feiert vor der Südtribüne. "Das war heute ein schwieriges Spiel für mich und die ganze Mannschaft", gibt der Stürmer zu. Schwierig vor allem, weil "wir es uns heute ein bisschen einfacher hätten machen können", wie Sebastian Kehl feststellt.
"Wenn bei neun Punkten das einzige Thema die mangelnde
Chancenverwertung ist, dann finde ich das angenehm"
Denn Arnautovic (45.) und Di Santo (86.) hätten den Spielverlauf mit den einzigen beiden Bremer Chancen im gesamten Match auf den Kopf stellen können. "Das sind die schwierigsten Partien: Man bekommt nicht viel auf das Tor, muss aber in den entscheidenden Momenten da sein", sagt Roman Weidenfeller nach dem Spiel erleichtert, denn die weiße Weste ist den Westfalen in dieser Saison extrem wichtig. "Wir haben uns vor der Saison vorgenommen, so wenig Tore wie möglich zu kassieren", erklärt Nuri Sahin, "wenn wir heute hier irgendwie einen kassieren, dann spielen wir nur Unentschieden. Dementsprechend ist es sehr, sehr wichtig, dass die Null steht."

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