Donnerstag, 20. Juni 2013
Ein Fest für Spekulanten
Borussia Dortmund sorgt für Trubel in der Gerüchteküche: Immer wieder geht es um Robert Lewandowski. Dabei geht dem Verein die Nonchalance verloren.
Eine der Stärken von Borussia Dortmund war eine gewisse Gelassenheit im Umgang mit dem täglichen Wahnsinn, der den Fußball umgibt. Irgendwie aber ist der Geschäftsführung der Borussia diese Nonchalance abhandengekommen - zumindest dann, wenn Cheftrainer Jürgen Klopp auf Sylt urlaubt. Kaum ein Tag ist in den vergangenen Wochen vergangen, an dem nicht über die Zukunft von Robert Lewandowski spekuliert worden ist, der, wie man weiß, gerne in diesem Sommer zu den Bayern wechseln möchte. Es hat ein Ultimatum nach dem anderen gegeben, eine Frist löste die nächste ab, und das eine Dementi war noch nicht verklungen, da war schon das nächste zu vernehmen.
Warum sich der Dortmunder Manager Michael Zorc und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke dazu haben hinreißen lassen, dieses Spielchen mitzumachen, ist vielleicht erklärbar durch die Provokation am Abend des Finales der Champions League in London. Über den scheidenden Trainer Jupp Heynckes ließ der FC Bayern da mitteilen (oder nahm es billigend in Kauf), dass Lewandowski ja auch nicht mehr lange auf sich warten lassen werde.
Die Vorzeichen der vergangenen Jahre haben sich geändert. Die Bayern waren jederzeit gereizt, als ihnen die Dortmunder sportlich auf der Nase herumtanzten, nun sind es die Borussen, die allergisch auf die Münchner Demonstration der Wirtschaftskraft reagieren. Die Bayern aber tun offenbar nicht viel mehr, als abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln, und sie entwickeln sich in ihrem Sinne.
Entweder sie bekommen ihren Wunschspieler doch noch, oder sie haben die Stimmung in Dortmund zwischen Fans und Lewandowski ziemlich verätzt. Ob die Fans tatsächlich noch jubeln wollen, wenn der Pole in der kommenden Saison ein Tor für die Borussia schießt? Und was passiert, wenn er nicht mehr Treffer wie am Fließband produziert?
Am 31. August schließt das Transferfenster
Man wird es erleben - oder auch nicht. In der „Süddeutschen Zeitung“ ließ Watzke erst verlauten: „Robert wird nun definitiv in der nächsten Saison bei Borussia Dortmund spielen. Wir brauchen Planungsklarheit.“ Das klang endgültig, was aber nichts heißen will, solange Transfers noch möglich sind. Also dementierte Watzke tags darauf in den „Ruhr Nachrichten“, dass ein Transfer zu einem ausländischen Verein endgültig vom Tisch sei.
„Der Sachstand hat sich nicht geändert. Allerdings steht das Fenster für Interessenten nicht mehr lange offen. Es ist richtig, dass wir Planungssicherheit brauchen.“ Haben wir doch: Am 31. August schließt das Transferfenster, und bis dahin ist nichts so absurd, dass es nicht doch passieren könnte. Und wer will, darf munter mitspekulieren.
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